Schweringer Glocken

Die Friedensglocke

Standort: seit 2019 in einem Glockenturm auf dem Schweringer Friedhof
Größe: 59cm Durchmesser
Gewicht: 127,4 kg
Material: Bronze
Klangton: ?
Geschichte: Gleich zu Beginn oder direkt vor dem 30-jährigen Krieg wurde diese Glocke in Minden von Hans Bethinck gegossen. Sie hing in der Schweringer Kapelle und wurde nach dem Bau der jetzigen Kirche (1914-1922) dorthin verbracht. 1942 wurde sie zu Rüstungszwecken gemeinsam mit der Christusglocke abgenommen. Als Glocke von historischem Wert wurde sie in Kategorie B erfasst. Nach Abtransport vernichtete man sie nicht sofort, sondern lagerte sie zunächst auf dem „Hamburger Glockenfriedhof“. Nach dem Krieg fand man sie wieder und im Juni 1949 kehrte sie beschädigt zurück. Lange hing sie unbenutzt im Turm. Im Zuge der Erweiterung der Friedhofskapelle 2018 und 19 konnten Spendengelder gesammelt werden, um die Glocke zu reparieren und für sie einen Turm mit Wetterschutz zu errichten. Nun läutet sie auf dem Friedhof bei Beerdigungen und sie ruft an jedem Ersten des Monats um 18 Uhr zum Friedensgebet.
 
Inschrift: M BETHINCK SU MINDEN HAT MIR GEGAZZEN IN GOTTZ NAMEN BIN ICK GEFLAZEN  DIRCH KASTEN DIRCH KREVET OLLER LUTE ZU  SWERINCK ANNO 1618
WER GOT VERTRUWET HAT WOL GEBUWET
Meister Bethinck zu Minden hat mich gegossen, in Gottes Namen bin ich geflossen.
Diederich Kasten und Diederich Krevet für alle Leute in Schweringen im Jahre 1618.
Wer auf Gott vertraut, hat wohl gebaut.

Die Christusglocke

Standort: vermutlich 1942 vernichtet
Größe: 147cm Durchmesser
Gewicht: 1800 kg
Material: Bronze
Klangton: cis`

Geschichte: 1934 wurde sie gegossen im Auftrag der Kapellengemeinde bei der Gießerei Radler & Söhne in Hildesheim. Ihre Inschriften standen im Bezug zur damaligen Vaterlandsglocke. 
Als größte Glocke musste sie 1942 als Kriegsmaterial abgegeben werden.

Inschrift: Am oberen Rand: 
Wir werden verstummen, Du und ich, Gottes Wort und Gnade bleibt ewiglich.
Mittig, gegenüber einem großem Kreuz: 
Aus Schuld und aus Fehle zum Licht ringt die Seele; dies Kreuz gibt Gelingen, hilft Sünde bezwingen. Gelobt sei Gott!

Die Vergebungsglocke (ehemals Vaterlandsglocke)

Standort: Kirchturm
Größe: 123 cm Durchmesser
Gewicht: 1286 kg
Material: Bronze
Klangton: e`

Geschichte: 
1934 wurde sie gegossen im Auftrag der Kapellengemeinde von der Gießerei Radler & Söhne in Hildesheim. Ihre Inschriften stehen im Bezug zur vernichteten Christusglocke.
Im März 2018 entfernten Unbekannte das Hakenkreuz und den eingeklammerten Teil des Verses (siehe unten ) mit einem Winkelschleifer.
Die Künstler Hannes Arnold und Eichler überarbeiteten die Glocke mit ihren Geschichtsspuren und legten wie eine Schärpe in silbernen Buchstaben einen Bibelvers darüber. Vor der Kirche entstand das sogenannte „Hörmal“. In einem Quader ist die Hohlform der Glocke eingelassen. Seitlich findet sich ein Zitat Dietrich Bonhoeffers: Vergebung ist ohne Anfang und Ende. 

Ursprüngliche Inschriften:
Oben: Erdenwege gibt`s viele, ich rufe zum ewigen Ziele.
Mittig, gegenüber einem Hakenkreuz 35x35cm: Aus Not und aus Nacht ist Deutschland erwacht; (Dies Kreuz gab Gelingen, half Zwietracht bezwingen,) Dank sei dir Gott!

Seit 2020 quer in weißgoldenen Lettern über die gesamte Glocke laufend: 
Mt 16,26: Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?